Digitalisierungsstrategie für die Wirtschaft nimmt Fahrt auf
Print Friendly

Digitalisierungs-Dialoge in Brandenburg zeigen: Transparenz, Vernetzung, Kapazitäten und Partizipation sind wichtige Voraussetzung

Was sind Ihre Bedarfe? Wo sehen Sie Herausforderungen bei der Digitalisierung? Welche Unterstützung erwarten Sie? Mit diesen Leitfragen wurde in den Digitalisierungs-Dialogen der Gedankenaustausch mit den Unternehmen zur Digitalisierungsstrategie für die Wirtschaft begonnen. Das Ziel der Dialoge war es, zunächst von denen zu lernen, die es betrifft. Von den Unternehmen erfahren wo Sie stehen, was Sie bewegt und was sie benötigen, um diese Zukunftsaufgabe erfolgreich anzugehen. Mehr als 120 Akteure nutzten dieses erste Beteiligungsformat in Cottbus, Potsdam und Eberswalde und sorgten in einer engagierten Diskussion für einen erfolgreichen Auftakt.

Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern und ausgewählten Forschungseinrichtungen als Gastgeber, hatte das Ministerium für Wirtschaft und Energie zum Austausch geladen. Auf den Dialogen berichteten Hochschulen des Landes über aktuelle Projekte und Arbeiten und stellten Leistungen vor, mit denen sie Unternehmen bei der Digitalisierung helfen können. IT-Spezialisten führten in verschiedene aktuelle Themengebiete der Digitalisierung ein und präsentierten ihre Angebote. Einen Blick auf die Praxis der Digitalisierung boten die Präsentationen von Unternehmen, die ihre Erfahrungen aus Digitalisierungsprojekten mit den Teilnehmenden teilten. Kammern, Verbände und Wirtschaftsförderung stellten in den Dialogen ihre Angebote zur Unterstützung vor. Auf dem dritten Dialog in Eberswalde konnte den Unternehmen ein neues Fördermittel vorgestellt werden: Mit dem Brandenburgischen Innovationsgutschein (BIG) können jetzt auch die Vorbereitung und Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen gefördert werden. Dieses Angebot schließt eine wichtige Lücke in der Förderlandschaft. Digitalisierungsprojekte werden jetzt auch für kleine und mittelständische Unternehmen machbar und interessant.

Den Kern der Dialoge bildeten die Befragung der Teilnehmenden und die themenorientierte Diskussion. Deutlich wurde bei den ersten Veranstaltungen bereits jetzt, dass nahezu alle Wirtschaftsbereiche und Unternehmen von der Digitalisierung betroffen sein werden. Allerdings sieht sie in jeder Branche und für jedes Unternehmen anders aus und bietet unterschiedliche Chancen und Risiken.

Die einleitende Frage nach dem individuellen Stand der Digitalisierungsaktivitäten veranschaulichte, dass sich die Anwesenden nicht nur informativ mit der Digitalisierung befassen, sondern bereits Digitalisierungsprojekte angehen oder sich sogar zu einem größeren Anteil bereits mit der Planung von Folgevorhaben befassen. Sie verfügen demnach mehrheitlich über erste Erkenntnisse über und Erfahrungen mit der Digitalisierung.

Weiter wurden vor allem Fragen einer größeren Transparenz über gute Beispiele und Vernetzungschancen, von Unterstützungsmöglichkeiten und Kapazitäten für die Planung und Umsetzung ihrer Digitalisierungsprojekte angesprochen. Auch die aktive Einbindung der Mitarbeiter in die Digitalisierungsprozesse in den Unternehmen kristallisierte sich in den Befragungen schnell als ein wichtiger Erfolgsfaktor heraus. Viele sehen durch die Digitalisierung die Notwendigkeit, Veränderungen in der Unternehmensstruktur und -kultur vorzunehmen, um sich den Anforderungen digitaler Prozesse und Technologien anzupassen und deren Vorteile optimal zu nutzen.

Auf die Frage nach der Motivation für Digitalisierungsprojekte verdeutlichten die Antworten, dass vorrangig eine Effizienz- und Qualitätssteigerung interner Prozesse angestrebt wird. Aber auch neue Produkte und Dienstleistungen gehören, wenngleich von einem deutlich geringeren Anteil der Anwesenden benannt, zu den entscheidenden Motiven. Der Einstieg in die Digitalisierung, so bestätigten es auch die Diskussionen, führt über die Digitalisierung der internen Prozesse. Hier kann auf bestehenden Prozesskenntnissen aufgebaut werden und erste Erfolge können erzielt und deren Wirkung gemessen werden.

Aber die Befragungen hoben jedoch auch hervor, welche Herausforderungen nach den Erfahrungen der Anwesenden bei der Umsetzung der Digitalisierung bestehen. Eine Mehrheit der Anwesenden sieht fehlende zeitliche und personelle Ressourcen als die größte Herausforderung beim Angehen und Umsetzen der Digitalisierung an. So sind, wie auch in der nachfolgenden Diskussion bekräftigt wurde, gerade in kleinen, aber auch in mittelgroßen Unternehmen und Handwerksbetrieben die für die Analyse, Planung und Umsetzung verfügbaren Kapazitäten nicht oder nicht im erforderlichen Maße vorhanden, um die digitale Transformation anzugehen. In der nachfolgenden Diskussion wurde vertiefend darauf eingegangen, welche Angebote nach Ansicht der Anwesenden sinnvoll und nützlich sind, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Es kristallisierte sich heraus, dass Vernetzung mit Kompetenzträgern zur Digitalisierung und Transparenz über Unterstützungsmöglichkeiten wichtige hilfreiche Faktoren sind.

Wo stehen Sie mit Ihren Digitalisierungsaktivitäten?

Wo stehen Sie mit Ihren Digitalisierungsaktivitäten?

Was ist bei der Einführung neuer digitaler Prozesse besonders wichtig?

Was ist bei der Einführung neuer digitaler Prozesse besonders wichtig?

Worin sehen Sie die hauptsächliche Motivation für eine Digitalisierung?

Worin sehen Sie die hauptsächliche Motivation für eine Digitalisierung?

Was sehen Sie als größte Herausforderung bei der Umsetzung Ihres Digitalisierungsansatzes?

Was sehen Sie als größte Herausforderung bei der Umsetzung Ihres Digitalisierungsansatzes?

In den Dialogen konnten fünf Themen identifiziert werden, die sich als besonders wichtig für die Anwesenden herausgestellt haben:

  • Transparenz über Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung
  • Transparenz über Unterstützungsmöglichkeiten von (IT-)Dienstleistern und Hochschulen sowie über Angebote und Regularien zur Förderung der Evaluation und Umsetzung
  • Vernetzung mit Anbietern, Anwendern und Forschern
  • Kapazitäten für Information, Planung und Umsetzung
  • Einbindung der Mitarbeiter in den Umsetzungsprozess

Die Erkenntnisse aus den Dialogen werden in die weiteren Arbeiten zur Entwicklung der Digitalisierungsstrategie aufgenommen und in der Gestaltung der weiteren Schritte berücksichtigt.

Mit den Digitalisierungs-Dialogen wurde ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur Digitalisierungsstrategie getan. Doch wie geht es weiter?

Die am 19. Juli in Brandenburg an der Havel stattfindende Industriekonferenz steht in diesem Jahr unter dem Motto Digitalisierung und wird den Diskussionsfaden aufnehmen. Im Anschluss an die Industriekonferenz sind themenorientierte Workshops geplant, die verteilt über das gesamte Land stattfinden werden. Auf diesen wird vertiefend anhand der identifizierten Schwerpunktthemen in den Kosmos der Digitalisierung eingestiegen. Parallel zu den Veranstaltungen besteht auf der Internetplattform auch die Möglichkeit der Onlinebeteiligung in einem Dialogforum. Hier können Sie sich mit Ihren Erfahrungen und Anregungen in die Diskussion einzelner Themen der Digitalisierung einbringen. Weitere informative Formate werden im weiteren Verlauf das Angebot der Internetplattform ergänzen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden und bringen sich aktiv ein, um die Strategie für die Digitalisierung der Wirtschaft mitzugestalten. Mehr Informationen finden Sie auf dieser Seite.

Zurück zur Startseite